28.9.
Ja heute mache ich meine „Drohung“ wahr, die ich Ende der 80er Jahre ausgestossen habe, als wir den Traumstrand bei Chia entdeckten.
Damals sagte ich: Wenn ich noch mal nach Sardinien komme, dann werde ich hier, (gemeint war in der Nähe von Chia,) meinen Urlaub verbringen.
Obwohl ich inzwischen viele schöne Strände kennen gelernt habe, ist mir der Strand am Capo Spartivento mit dem klangvollen Namen „SPIAGGIA di SU GIUDEU“ doch unvergesslich geblieben. Damals rein zufällig entdeckt, hat mich dieser Strand doch so beeindruckt, dass ich mir immer vorgenommen hatte, noch mal hier her zurück zu kommen . Und heute ist es endlich soweit. Nach einem letzten gemütlichen Frühstück im Verdemare, noch einmal die herrliche Aussicht von der Hotel Terrasse genießen und die restlichen Sachen packen, dann kann es losgehen. Da ich nicht solange brauchen werde von der Costa Verde an die Costa del Sud, kann ich mir Zeit lassen und gemütlich über Landstrassen tuckern. Meine Idee, etwas weiter südlich noch mal einen Abstecher ans Meer zu machen, lasse ich fallen, da ich einfach nicht die richtige Abzweigung finde. Gegen Mittag bin ich dann schon in Chia und meine Neugier treibt mich schnurstracks an den „berühmten“ Strand. Einchecken im Hotel kann ich auch noch später, zuerst muss ich gucken gehen. Inzwischen ist die Strasse fast bis ans Meer ausgebaut worden und nur noch die letzten paar hundert Meter
sind noch eine Schotterpiste.
Meine Güte, wie haben wir damals blos diesen Weg gefunden?
Wir wussten nichts von Chia und von wunderschönen Stränden und trotzdem haben wir genau diesen Strand gefunden. Das muss wohl eine ganz besondere Eingebung gewesen sein ;-)
Parkplätze sind nun auch angelegt und kosten natürlich entsprechend.
Am Strand gibt es jetzt auch Liegen und Sonnenschirme, sowie Tretboote und Kioske.
Was so ein paar Jährchen doch ausmachen können. Damals, haben wir uns den Strand
mit vielleicht 10 Leuten geteilt. Aber, und das ist das Wichtigste:
Der Strand ist noch genauso schön wie früher. Eigentlich hatte ich ihn so wunderschön gar nicht in Erinnerung, ein absoluter Bilderbuchstrand. Auch an das kleine Inselchen, zu dem
wir zu Fuß rüber gewatet sind, kann ich mich noch gut erinnern. Dass der Strand aber so
lang und so breit ist, das ist doch nicht mehr ganz in meiner Erinnerung. Ich bin begeistert, um nicht zu sagen, überwältigt. Manchmal, kann einem die Erinnerung ja Streiche spielen und kommt man nach Jahren wieder an den Ort oder Platz, ist es oft enttäuschend. Nicht so hier am Capo Spartivento, ich bin hin und weg. Mein Strand, endlich bin ich da.
Sardinien bietet ja viele schöne Ecken und viele Höhepunkte, dieser Platz ist zweifellos
so ein Höhepunkt.
Nun fahre ich ins Hotel, checke ein, packe kurz ein paar Sachen aus und schon bin ich mit Digicam bewaffnet wieder am Strand. Es ist einfach zu schön hier und den Rest kann ich auch noch am Abend auspacken, das läuft mir nicht weg. Lieber genieße ich den weichen, weißen Sand. Das Meer, das in grün, türkis und Blautönen schimmert und die Sonne.
Am frühen Abend setzte ich mich ein bisschen an den Pool und hänge meinen Gedanken nach. Ja, ich bin froh, dass ich mich entschieden habe, hier noch mal her zu kommen.
Das Essen im Hotel ist recht lecker.
Wenn ich auch ungern Halbpension buche, muss
ich doch sagen, dass das Essen im
Hotel Aquadulci wirklich ganz gut ist.
Etwas hat mich die Fahrerei doch angestrengt und ich geh deshalb früh ins Bett.
29.9.
Dafür bin ich aber dann auch schon kurz nach 7 Uhr wach und gehe auch bald
frühstücken. Ich lasse mir Zeit und genieße das Büffet, das reichlich Auswahl bietet.
Um 10 Uhr bin ich dann schon an „meinem“ Strand mit Digicam bewaffnet.
Ich muss doch in jede Ecke schnüffeln, die Dünen hochklettern um auch von dort Fotos
zu schießen. Am östlichen Ende des Strandes, treibt mich meine Neugier hoch auf die
Düne,
da ich dort unbedingt sehen muss, wie es auf der anderen Seite weiter geht.
Dort liegt der SPIAGGIA DI PORTO CAMPANA , auch ein sehr schöner Strand.
Überhaupt ist die Strand- und Dünenlandschaft in der Ecke, eine der Schönsten die
ich
je gesehen habe
Gegen später schau ich natürlich auch am westlichen Ende hinter den kleinen Hügel. In
der prallen Mittagssonne keuche ich den sandigen Berg hoch um einen Blick auf die
andere
Seite zu riskieren.
Auch dort ist ein kleiner Strand umrahmt von einer felsigen Bucht, die Cala Cipolla. Bei weitem nicht so schön, wie „mein“ Strand, aber doch recht nett.
Irgendwann schaue ich mal auf die Uhr und stelle fest, dass ich doch tatsächlich schon
über 6 Stunden hier am Strand bin, solange habe ich es, glaube ich, noch an keinem
Strand ausgehalten.
Gut, ich muss natürlich dazu sagen, dass ich wenig am Strand
gelegen bin, sondern mehr unterwegs war und viele Fotos geschossen habe.
Nun treibt mich doch die Neugier ins Hotel zurück um mal anzusehen, was ich so an
Bildern fabriziert habe. Danach werde ich noch die Liegen am Hotelpool testen, bevor
ich mich zum Essen richte.
30.9.
Heute werde ich den Blechesel noch einmal ein bisschen bewegen und eine kleine Tour
mit ihm machen. Aber zuerst wird gemütlich gefrühstückt und dann das Rucksäckchen gepackt. Kurz überlege ich ob ich den Torre di Chia besser am Anfang der Tour mache
oder am Ende. Ich entscheide mich mit dem Torre zu beginnen. Das ist auch richtig so,
da die Strände nun im Morgenlicht wunderschön anzusehen sind. Puhhh, ist das schon wieder heiß am frühen Morgen und anstrengend den Berg hoch zu laufen. Aber oben angekommen, wird man mit einer tollen Aussicht belohnt. Vom Turm aus hat man einen
guten Überblick über die herrliche Strand- und Dünenlandschaft.
Danach fahre ich weiter auf der Küstenstrasse der SP 71 Richtung Teulada, die an der
Costa del Sud entlang führt. Immer wieder gibt es kleine Haltebuchten und
Aussichtspunkte und das ist auch gut so. Nicht dass ich vor lauter Hals verrenken,
noch von der Strasse abkomme.
Am Spiagga Tuarredda soll das Parken 4 Euro kosten und auch mein Hinweis dass ich maximal 1 Stunde bleibe, hilft nicht wirklich weiter. Na, dann eben nicht. Ich bin bestimmt
nicht geizig und drehe auch nicht jeden Euro rum im Urlaub, aber das sehe ich
dann doch nicht ein.
Dann gibt es eben keine Bilder von dem Strand, das werde ich sicher überleben.
Immer wieder halte ich an und staune über das glasklare türkisfarbene Wasser und die romantischen Buchten. Es lohnt sich auf jeden Fall diese Küstenstrasse zu fahren, da die Ausblicke wirklich wunderschön sind. Am Ende der Küstenstrasse biege ich links ab und fahre Richtung Giba. In Sant Anna Arresi verlasse ich die Strasse wieder und fahre nach
Porto Pino. Sicher stammt der Name von den unzähligen Pinien die dort stehen.
Am dortigen Strand halte ich mich eine Weile auf, bevor ich wieder zurück fahre.
Der Strand ist zwar recht nett, endlos lang. Am Ostende gibt es auch noch einige
größere Dünen, aber meinem Traumstrand in Chia kann er nicht das Wasser reichen.
Am späten Nachmittag bin ich zurück von meiner Tour und mache es mir noch im
Liegestuhl am Hotelpool gemütlich bevor es zum Nachtessen geht.
01.10.
Kann das tatsächlich sein?
Mein letzter Tag ist heute angebrochen. Den Tag werde ich noch mal an meinem Traumstrand genießen. Ich gehe heute nicht den normalen Weg zum Strand sondern
schlage mich seitwärts in die Büsche, soll heißen: Ich gehe durch die Dünen. Das ist
schon unglaublich, kaum verlässt man den Weg, hat man das Gefühl völlig alleine zu
sein. Kein Mensch begegnet mir.
Wahrscheinlich wissen die meisten Strandbesucher gar nicht, was für wunderschöne
Dünen es hier gibt, oder es ist ihnen zu mühsam, mal ein bisschen den Sand hoch zu klettern.
Ich lasse meine Blicke schweifen und lass es mir so richtig gut gehen. Ja, es war völlig
richtig hier noch mal her zu kommen. Wie schade, dass der Urlaub vorbei ist und ich Abschied nehmen muss. Hier könnte ich es echt noch eine Zeit lang aushalten.
Leider muss ich aber morgen zurück und bald wieder arbeiten um Geld für den
nächsten Urlaub zu verdienen.
02.10
Heute ist leider der Abreisetag gekommen. Nach einem letzten Frühstück im Hotel
packe ich meine restlichen Sachen zusammen und schwinge mich in den
Blechesel. Da ich die Abgabe des Mietwagens auf einen frühen Zeitpunkt
gelegt habe, fahre ich schon kurz nach 9 Uhr im Hotel los. Die Strecke zum
Flughafen ist aber
gut zu fahren und meine geheimen Befürchtungen, dass ich
in einen Stau komme, treffen zum Glück nicht ein. Früh bin ich also am
Flughafen, kann ohne Stress den Wagen abgeben und frühzeitig einchecken.
Arrivederci Chia, Arrivederci Sardinien
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