22.September 2006
Die Anreise
Heute geht es endlich los. Der lang ersehnte Urlaub beginnt.
Früh aufstehen ist mal wieder angesagt, aber man gönnt sich ja sonst nichts und wer spät ins Bett kommt, kann auch früh aufstehen.Am Flughafen geht es gleich lustig los.
Eine kleine, dicke Italienerin will 85 kg !!! Gepäck aufgeben, aber den verlangten Aufschlag nicht bezahlen. Der Aufschlag in Höhe von 300 Euro ist natürlich happig. Blos, wie schafft man es überhaupt 85 kg zum Flughafen zu schleppen? Ich habe mit meinen knappen 20 schon gut zu tun. Nun gibt es endlose Diskussionen, deren Ende ich dann leider nicht mehr mit bekomme. Neben mir eine Frau ohne Schuhe, das kleine Kind das sie dabei hat, ebenfalls barfuss, brüllt wie am Spiess. Klar, der kalte Steinfussboden würde mir auch keinen Spaß machen. Das Flugzeug landet um 13:30 in Cagliari und auch das Gepäck ist relativ schnell da. Die Autovermietung ist außerhalb des Flughafengebäudes über der Strasse und „sinnvollerweise“ durch eine hohe Mittelleitplanke getrennt. Manche riskieren es und hieven ihre Koffer und Reisetaschen drüber, aber mir ist das dann doch zu stressig und ich denke , das Auto werde ich noch früh genug bekommen. Mir ist sowieso etwas mulmig, da ich es nicht gewöhnt bin im Ausland Auto zu fahren, aber es klappt ganz gut und die Strasse Richtung Oristano ist sehr gut zu fahren. Je weiter ich gen Norden komme umso leerer wird die Strasse. Als ich die 131er bei Uras verlasse, kommt mir kilometerweit kein Auto entgegen. Die Gegend ist etwas trist und um die Jahreszeit ist auch alles verdorrt. Kurz überlege ich, wo ich da wohl lande und ob meine Wahl kein Fehlgriff war. Die letzten 10 km sind sehr kurvenreich und es ist viel Schalten angesagt.
Als ich in Torre dei Corsari ankomme, bin ich doch mehr als angenehm überrascht über den netten Ort, die tollen Sanddünen und den sehr schönen langen Strand. Das Hotel Verdemare, ein sogenanntes Minihotel mit nur 6 Zimmern liegt sehr ruhig am Hang mit tollem Blick aufs Meer. Es hat nur einen kleinen Schönheitsfehler, nämlich, dass die Rezeption erst wieder um 17:30 Uhr besetzt ist. Was soll´s wenn ich schon den Mietwagen habe, werde ich die Zeit nützen und mir den Ort und den Strand ansehen. Am Strand finde ich endlich eine offene Bar und kann meinen unbändigen Durst stillen.
Der Ort ist nicht mal so klein, besteht aber hauptsächlich aus Villen und Ferienhäuser. 2 bis 3 Hotels, ein paar Restaurants und ein paar Minimärkte, das war es dann auch schon. Alles fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und noch sind keine größeren Bausünden festzustellen. Ja, hier fühle ich mich wohl, das ist doch ein Örtchen nach meinem Geschmack. Ich kann mir mal wieder auf die Schulter klopfen und mich zu meiner Wahl beglückwünschen. Nach einem gemütlichen Essen im Torre dei Corsari Restaurant, gehe ich früh ins Bett
23.9
Nach einem 10 stündigen totenähnlichem Schlaf wache ich am Morgen auf.
Frühstück gibt es auf der Hotelterrasse mit traumhaftem Blick aufs Meer.
Das Frühstück gibt es vom Buffet und ist reichhaltig, wenn auch Wurst und Käse fehlt. Da ich aber am Morgen eh eine „Süße“ bin, ist mir das Frühstück gerade recht. Am Vormittag lümmle ich faul auf der Terrasse, bevor ich zu einer kleinen Sightseeing Tour durch Torre dei Corsari aufbreche, die dann unten am langen und breiten Sandstrand endet. Die Dünen sind wirklich sehenswert. Die Costa Verde hat eine herrliche Dünenlandschaft, die recht imposant wirkt. Hochklettern will ich die Dünen nicht, da würde mir schnell die Puste ausgehen.
Am Strand geht ein angenehmer Wind und es ist dort gut auszuhalten.
Den Nachmittag verbringe ich wieder faul auf der Terasse. Am Abend hätte
ich Lust auf Pizza, finde aber leider keine geöffnete Pizzeria. Deshalb findet das
Abendessen wieder im T. dei Corsari Restaurant statt.
24.9.
Nach dem Frühstück entschliesse ich mich einen Strandtag einzulegen. Keine besonders gute Idee, wie sich dann herausstellt. Es ist sehr windig und ehe ich mich hinlege, bin ich schon über und über mit Sandkörnchen übersät. Immerhin halte ich über eine Stunde durch, bevor ich ins Hotel zurück gehe und es mir dort auf der Terasse gemütlich mache.
Am Abend esse ich wieder im Torre dei Corsari Restaurant, aber ich nehme mir m Stillen
vor, dass ich morgen mal das andere Restaurant probiere.
25.9.
Ziemlich spät wache ich heute auf und oh Schreck es hat geschüttet.
Den Pfützen nach zu urteilen sogar recht heftig. Allerdings blinzelt die Sonne schon wieder durch die Wolken und es sieht am Morgen so aus, als ob es doch noch schön wird. Dann werde ich heute mal per Auto an der Küste entlang tuckern und mir ansehen was die Nachbarorte so bieten. Zuerst mache ich einen Abstecher nach Funtanazza, einem ehemaligen, nun stillgelegtem Landschulheim? Fragezeichen deshalb, da ich nun drei verschiedene Varianten gelesen habe. Die Einen meinen ein ehemaliges Hotel, wieder woanders las ich von einem Haus in dem die Söhne der Bergwerksleute untergebracht waren. Es ist auf jedenfall herrlich gelegen, mitten in Pinienwäldern mit einem kleinen Sandstrand. Dadurch, dass das Haus und auch die gesamte Anlage wohl schon länger
nicht mehr in Betrieb sind und dem Verfall preis gegeben wurde, strahlt es den morbiden Charme eines Stephen King Films aus. Warum muss ich immer an Shining denken?
Irgendwie wirkt das Ganze recht gruselig. Der dortige Strand ist aber trotzdem sehr
schön, bietet auch schattige Plätzchen und ist vor allem gut geeignet
für Einsamkeitsfanatiker.
Weiter geht es nach Marina di Gutturu Flumini. Ein recht netter Ort mit einem kleinen Sandstrand, der jetzt Ende September aber ziemlich verlassen wirkt, wie auch sonst der ganze Ort. Ich will noch weiter zu den Dünen von Piscinas und starte meinen Blechesel. Leider macht mir aber 1. das Wetter und 2. die Strasse einen Strich durch die Rechnung. Kaum habe ich das Ende von Montevecchio erreicht ist die geteerte Strasse zu Ende und
ich lande auf einer Schotterpiste die man vielleicht mit viel Gutem Willen mit einem Allrad Jeep befahren kann. Dass es in dem Moment anfängt zu regnen ist dann nur noch zweitrangig. Ich beschliesse das arme Auto nicht so zu strapazieren und drehe um. Kaum wieder in Montevecchio öffnet der Himmel seine Schleussen, so dass man fast die Hand nicht mehr vor den Augen sieht. Meinen ursprünglichen Plan, weiter nach Arbus zu
fahren um zu testen ob die dortige Strasse eher befahrbar ist, lasse ich nun endgültig
fallen und fahre zurück nach T.d. Corsari. Kaum im Hotel angekommen, fängt die freche Sonne an, mich anzugrinsen ;-)
Ok, ich hab es kapiert und soll wohl mit meinen Fahrkünsten, nicht die dortigen Strassen unsicher machen. Am Abend gehe ich ins da Salavatore zum Essen. Schmeckt sehr gut
und ich bin anschliessend pappsatt und müde.
26.9.
Es ist heute stark bewölkt und sehr windig, da ist wohl Balkonien angesagt, falls das Wetter nicht besser werden sollte. Mal sehen was der Tag noch so bringt.
Den Vormittag verbringe ich faul und lesenderweise auf der Terrasse. Am Nachmittag entschließe ich mich den Nachbarort Pistis zu besuchen. Eigentlich kann man den Ort auch bequem am Strand entlang durch einen netten Spaziergang erreichen, da das Wetter aber ziemlich durchwachsen ist und ich nicht weiß ob es in den nächsten 5 Minuten wieder mit Schütten anfängt, fahre ich mit dem Auto dort hin. Der Ort wirkt jetzt Ende September wie ausgestorben. Außer ein paar Touristen, die, die gleiche Idee hatten wie ich, nämlich
dem Ort einen kleinen Besuch abzustatten, ist niemand zu sehen.
Das Meer ist durch den Wind sehr aufgewühlt und hohe Wellen klatschen auf den
Strand, ein sehenswertes Schauspiel, aber Baden ist bei den Wellen nicht angeraten.
27.9.
Das Wetter sieht heute wieder besser aus und es ist vor allem auch nicht mehr so windig. Was ich heute an meinem letzten Tag an der Costa Verde mache, steht noch in den Sternen. Ich mache es mir erst mal auf der Terrasse gemütlich und packe dann gegen Mittag meine 7 Sachen um eine letzte Tour an der Küste entlang zu fahren.Hinter Portu Maga entdecke ich eine herrliche Dünenlandschaft. Zuerst will ich nur halten um ein paar Fotos zu schießen, bleibe dann aber doch dort kleben, da es wirklich total schön ist. Ein einsames Plätzchen und die Dünen habe ich jetzt Ende September ganz für mich allein. Hier kann ich es gut aushalten und am späten Nachmittag fahre ich dann zurück, da ich ja noch packen muss. Morgen geht es an die Südküste nach Chia und ich darf gespannt sein, ob es mir immer noch so gut dort gefällt, wie bei meinem 1. Sardinienbesuch. Noch heute hängt ein Bild von dem dortigen Traumstrand in meiner Wohnung und damals sagte ich: Wenn ich noch mal nach Sardinien komme, gehe ich dahin. Nun habe ich mir diesen kleinen Traum erfüllt und das Hotel was ich mir ausgesucht habe, ist nur ein paar hundert Meter von diesem Traumstrand entfernt.
Chia ich komme ;-) |