Wer war Robby?

Wenn ich Robby in einem kurzen Satz beschreiben müsste,
dann würde ich wohl sagen: Robby war ein Traumkater.
Ein wunderschöner Norwegischer Waldkater der alten
unverzüchteten Rasse, noch natürlich und ursprünglich.
Großund kräftig mit dicken Pfoten und einem wunderschönen
Fell, das lang und länger wurde.
Hier ein Bild von ihm im Halbstarkenalten von knapp über 2 Jahren
robby

Robby lernte ich kennen im Jahr 1989, durch ein Zeitungsinserat,
nachdem ich mir überlegt hatte, endlich Nägel mit Köpfen zu
machen und von der Katzensitterin endlich in die Rige der
Katzenbesitzerinnen aufzusteigen ;-)

Zwar mit vielen Fragen als sogenannte Katzenanfängerin und auch
noch nicht wirklich wild entschlossen, machten wir uns auf den Weg,
denn Versuch macht ja bekanntlich klug.
.
Vorstellen konnte ich mir zwar nicht viel unter dem Begriff
„Norwegische Waldkatze“, aber nachdem ich mit der Züchterin
telefoniert hatte, wollte ich mir die Katzen mal in Natura ansehen.
Mit einer Freundin die schon eine Katze hatte, als Verstärkung und
Ratgeberin, machte ich mich dann auf den Weg um mir die Katzen
anzusehen.

Schön waren die Katzis alle, aber als ich den Preis hörte, blieb mir
dann doch erst mal die Luft weg.

Ein kleines Mädchen hatte es mir angetan, gleichzeitig war ich aber
doch auch sehr skeptisch, da ich ja beruftstätig war, und meine Frage
ob so ein Baby denn allein bleiben kann, schien mir berechtigt.

Meine nächste Frage, ob sie denn auch ein älteres Tier zum abgeben
hätten, wurde bejaht und so kam Robby ins Spiel.
Er wurde gebracht und es war ein cremeroter Kater. Naja, so begeistert
war ich nicht, rote Katzen fand ich etwas langweilig und die Farbe rot
wäre wohl die letzte Farbe gewesen, die ich mir zu dem Zeitpunkt
ausgesucht hätte.

Aber Robby hatte mich schon ausgesucht und dagegen war ich absolut
machtlos. Er setzte sich neben mich auf die Couch, köpfelte mit mir und
schnurrte mich voll wie ein Weltmeister. Lies sich von mir streicheln und
wich mir nicht mehr von der Pelle

Die Züchterfamilie flippte schier aus und staunte, denn laut ihren Aussagen,
gehörte Robby wohl eher zu den schüchternen Tieren und lies sich nie
und nimmer von Fremden anfassen. Ich war hin und weg von Robby und daß
es kein roter Kater werden sollte, hatte ich in dem Moment schon vergessen ;-)

Robby, sollte wohl ursprünglich zur Zucht eingesetzt werden, erwies sich
aber auf dem Gebiet als nicht besonders gut geeignet.

Nun kamen die Züchter noch mit Robbys Papieren an um mir zu zeigen woher
er stammt und welche Ausstellungen er schon besucht hatte und welch gute
Bewertungen er schon bekommen hatte.
Nun die Bewertungen interessierten mich nicht die Bohne, aber bei der
Gelegenheit fiel mein Blick auf Robbys Geburtsdatum und was für eine
Überraschung, er hatte am gleichen Tag Geburtstag wie ich.
Daß, das dann die entgültige Entscheidung für Robby war, muss ich wohl
nicht mehr extra erwähnen ;-)

Robby zog dann als 2 jähriger Kater bei mir ein und ich war glücklich.
Er aber weniger. Die ersten Tage in der neuen Umgebung lebte er nur
hinter der Couch. Ich fühlte mich mit der Situation übrfordert und lies ihn
erstmal dort. Instinktiv muss es aber wohl genau das Richtige gewesen sein,
denn bald traute er sich hervor, blieb zwar noch etwas auf Abstand,
beobabachtete mich aber schon interessiert.
Irgendwann kam er dann das erst mal zu mir und der Bann war gebrochen.
Zwischen Robby und mir entwickelte sich fast unmerklich eine sehr innige
Beziehung und eine tiefe Zuneigung.
Robby war ein absolut problemloser und ruhiger Anfängerkater. Er machte
nichts kaputt, ließ mich in der Nacht schlafen, benutzte brav sein Klo. Kurz,
er war einfach nur lieb.
Er war der Typ der alten Norwegerrasse, groß und kräftig mit einem
wunderschönen Fell, das besonders im Winter sehr lang wurde.
Owbohl Robby nur knapp über 5 kg auf die Waage brachte, wirkte er
durch das lange Fell sehr groß. Ein Freund meines Sohnemanns, der mal
bei uns zu Besuch war, brachte es mit folgenden Worten, auf den Punkt:
Huch, was für ein Riesenvieh ;-)

Im Laufe der Zeit wurde er immer selbstbewusster und entwickelte ein paar
Marotten über die wir immer wieder herzlich lachen mussten.

Schimpfte man mit ihm, rannte er in den Flur und schimpfte dann zurück,
wie ein Rohrspatz. Mein Sohn meinte dann, ob mir schon aufgefallen sei,
daß Robby immer das letzte Wort haben müsse?
Und tatsächlich, es war so, er schimpfte solange da draussen im Flur,
bis wir Ruhe gaben und er das letzte miau hatte ;-)

Zu der Zeit lebte noch Moritz, mein kleines Zwergkaninchen und Robby
war neugierig genug ihm immer nach zu rennen und zu gucken, was
Moritz denn trieb. Wurde es Moritz zu viel, drehte er sich um und rannte in
Rambomanier auf Robby zu. Kater erschrak dann immer so sehr, daß er
mit allen Vieren gleichzeitig in die Luft ging und mit einem Riesensatz
über Moritz drüber sprang.

Ab und zu bekam ich Besuch von einer Freundin, die ihren kleinen Hund
mit brachte. Dieser rannte grundsätzlich immer zuerst an Robby’s Napf
und fraß den Napf mit Katzenfutter leer.
Robby saß seelenruhig daneben und wir wunderten uns schon, daß er sich
das so einfach gefallen ließ, aber mitnichten, kaum war Hundi fertig und
drehte sich um, bekam er von Robby so dicke Ohrfeigen, daß ihm Hören
und Sehen verging.
Robby war ein total friedlicher und verträglicher Kater, der nie andere
Katzen anfauchte oder anknurrte, wenn diese zu mir in Pflege kamen.
Dafür war er dann aber etliche Tage mit mir beleidigt und tat so als ob
ich eine Fremde für ihn sei, die er überhaupt nicht kennt. Ich war dann
einfach nur Luft für ihn und er konnte mich total gut ignorieren
Das Spielchen trieb er auch regelmäßig, wenn ich vom Urlaub kam.
Mindestens 2 Tage war er beleidigt und ich war nur Luft für ihn, bevor er
dann kam und ich ihn wieder anfassen und beschmusen durfte.
Robby war total neugierig und wenn meine Tür auf war, weil ich das
Treppenhaus geputzt habe, lief er die Treppe runter und sobald er eine
offene Wohnungstür sah, war er drin in anderen Wohnungen und hat
ganz neugierig alles ausgeschnüffelt
Über den Balkon ging er häufiger zur Nachbarin die auch eine Katze hatte
und schwupps war er dann drin bei Minka. Kam Minka zu uns und wollte
in unsere Wohnung , saß Robby wie ein Zerberus an der Tür und hat
diese dann bewacht so nach dem Motto: Nein, was ich darf, darfst du
noch lange nicht.

Mit 7 Jahren bekam Robby eine sehr schwere Leberentzündung und
es ging um Leben und Tod. Mein Glück war, daß ich zu der Zeit einen
total lieben und erfahreren Tierarzt in Stgt.-Botnang hatte, der schnell
erkannte, was Robby fehlte. Schon bevor das Ergebnis vom Labor da war,
behandelte er auf seinen Verdacht hin und das hat wohl Robby das Leben
gerettet. Robby erholte sich wieder, aber es blieb eine gewisse
Empfindlichkeit und er vertrug nur eine Futtersorte, die er dann immer bekam.

Trotzdem blieb er dann gesund bis ins hohe Alter.
Bis er dann im Alter von knapp 16 Jahren erblindete. Er fand sich aber
total schnell in seiner Umgebung zurecht und war eigentlich so gut wie
nicht beinträchtigt durch seine Erblindung.
Letztendlich starb er dann an Leberversagen und auch die Nieren waren
stark angegriffen. Der Ultraschall zeigte eine Leber die voller Zysten
war und nach Vermutung des TA’s sich über Jahre so entwickelt hatte.

Vielleicht Spätfolgen der damaligen Lebererkrankung?


 

 



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