Die Zeit davor

Im April gehe ich mit Robby zum TA.
Es soll eine Routineuntersuchung werden, die unbedingt mal wieder fällig
ist. Eigentlich bin ich überzeugt, dass alles im grünen Bereich ist.
Er ist topfit, futtert mit gutem Appetit und abgesehen davon, dass er sehr
viel schläft, was ich aber aufs Alter schiebe, geht es ihm wirklich prima.

Er trinkt zwar sehr viel, aber das ist eigentlich auch schon die einzige
Auffälligkeit. Dann ein paar Tage nach dem großen Blutbild die
niederschmetternde Diagnose:

Chronisches Nierenversagen auch genannt CNI

Leider ist der TA nicht sehr auskunftsfreudig, sagt nur:
Da kann man nichts machen, die Krankheit ist unheilbar und ich solle
ihm Diätfutter geben und lässt mich dann im Regen stehen.

Danach beginnt die Suche im Internet. Es gibt sehr viele Infos zu der
Krankheit und was ich da lese, lässt mich hoffen, dass es doch nicht so
schlimm ist und einiges getan werden kann.

Nachdem ich genügend Infos gesammelt habe, mache ich für Anfang
Mai einen neuen Termin in der Tierklinik direkt beim Chef.

Das merkwürdige bei Robby ist, dass zwar die Nierenwerte stark
erhöht sind, aber der Phosphatwert ist im Normalbereich.

Der TA stutzt und meint da müsse wohl noch ein anderer „Übeltäter"
mit im Spiel sein. Er schlägt mir eine Ultraschalluntersuchung vor.

Da wird auch tatsächlich die Ursache für diese widersprüchlichen Werte
gefunden, es ist die Leber.

Nach seiner Aussage ist die Leber höckrig, sieht aus wie ein Schweizer
Käse, ist voller wahrscheinlich wassergefüllter Zysten und kaum
noch durchblutet. Und es fällt das Wort: Leberzirrhose

Es ist aber wohl keine akute Erkrankung sondern ein Prozess der sich
über viele Jahre schleichend entwickelt hat. Medikamente lehnt er ab, da
diese in der Phase die Leber zusätzlich belasten, ihm aber nicht wirklich
helfen werden.

Ich bin geschockt, aber gleichzeitig auch guten Mutes, da es ja nicht akut ist,
dass mir mein Robby doch noch eine ganze Zeit erhalten bleibt. Trotzdem überfällt
mich ab und zu eine unerklärliche Angst.

Sein Diätfutter frisst er aber problemlos, wenn auch etwas weniger, aber
das Beste ist, seit er das Diätfutter bekommt, spuckt er so gut wie nie.

Leider ein Trugschluss.

Im Juni , etwa 8 Tage vor seinem Tod, merke ich, dass er immer weniger
frisst, immer mehr schläft und ganz stark abmagert.

Ansonsten wirkt er aber recht fit, schnurrt, schmusst und maunzelt wie
immer und belegt die Couch als sein angestammtes Plätzchen ;-)

Ich überlege, ob ich gleich zum TA gehe, beschließe dann aber noch
ein paar Tage abzuwarten um ihm die stressige Autofahrt, die er ja gar
nicht mag, zu ersparen.

Bis zum Mittwochabend.

Am Mittwochabend ist er irgendwie anders wie die Tage davor.
Er will nicht angefasst werden, liegt nur dösend auf seiner Couch
und wenn ich ihn streichle, kommt ein trauriges Maunzen, die Augen
wirken gebrochen und schauen mich vorwurfsvoll an, wie wenn er sagen wollte:
lass mich, ich will nicht mehr.

Am Donnerstagabend den 17.6.2004 ist seine Zeit gekommen...........

Robby geht um 19:00 Uhr über die Regenbogenbrücke

Buch



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