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Sulawesi
Es geht nach Indonesien, Nordsulawesi. Mit der Singapore Airlines fliege ich von
Frankfurt nach Singapore.Da das Stopover-Programm der Singapore Airlines
sehr preisgünstig ist, bleibe ich für 2 Tage in Singapore. Leider kommt die
Maschine erst am Nachmittag in Singapore an. Viel Zeit für die Sightseeing-Tour
bleibt also nicht. Am Abend besuche ich den Sri Mariammam Temple. Singapores
ältester Hindu-Tempel, um 1830 erbaut mit bunten Plastiken der Gottheiten. Was für
ein Glück für mich, genau in diesem Moment findet eine Taufe statt.Das darf ich mir
und meiner Kamera natürlich nicht entgehen lassen. Ich frage, ob ich filmen darf,
freundlich wird mir das erlaubt.
Am nächsten morgen will ich mir Singapores Freizeitpark Sentosa ansehen. Diese
Freizeit-Insel erreicht man entweder mit dem Schiff, oder man geht zum Mount Faber, wo
man in die Seilbahn einsteigen kann. Auf der Insel Sentosa angekommen, verschafft man
sich am besten einen Überblick, wenn man die Monorail-Bahn besteigt. Diese kostenlose Einschienenbahn fährt um die ganze Insel. An jedem Halt gibt es mindestens eine
Attraktion. Am Nachmittag ist Shopping angesagt in der berühmten Orchard Road.
Am Abend will ich noch eine Bootsfahrt auf dem Singapore River machen, aber vorher
muß ich mir unbedingt noch das berühmte Raffles Hotel ansehen. Ein livrierter Türsteher
öffnet mir die Tür, ich fasse dies als Einladung auf und betrete das Hotel. Nachdem ich
genügend beeindruckt von dem Glanz und Pomp, mich in einen Sessel setze und die
Kamera auspacke, werde ich darauf hingewiesen, daß Filmen nicht erlaubt ist .
Aha, die Herrschaften wollen also nicht erkannt werden!
Am nächsten Morgen geht es zum Flughafen. Nach Manado, Nordsulawesi fliegt
die Silk-Air. Ein Tochterunternehmen der Singapore Airlines. Etwas skeptisch steige ich
ins Flugzeug. Durch die Waldbrände, war Singapore während meines Aufenthaltes unter
einer dicken Dunstglocke verschwunden. Aber meine Skepsis ist unnötig. In Manado
komme ich an und es herrscht strahlender Sonnenschein, bei 37 Grad im Schatten.
Am Flughafen lerne ich Benny kennen. Einen Travel-Agent, der mich unter seine Fittiche
nimmt, und mit mir auf Hotelsuche geht. Leider ist die Auswahl nicht so groß. In Manado
gibt es ein paar Viersterne Hotels, die mir aber alle zu teuer sind. Die einfachen
Hotels sind zwar preisgünstig, aber mitten in der Stadt und viel zu laut.
Etwa 20 km außerhalb Manados, direkt neben dem Manado Beach Hotel, liegt die
neuerbaute Anlage Tasik Ria Resort. Eine wirklich gut gelungene Anlage. In einem
riesigen, schön angelegtem und gepflegten Garten, sind die einzelnen Bungalows
verstreut. Der Strand ist zwar nicht berauschend, aber dafür die Pool Anlage um so mehr.

Tasik Ria Resort
Tasik Ria resort

Die Bungalows sind blitzsauber und mit allem Komfort ausgestattet. Verschiedene
Restaurants und Shops runden das ganze ab. Eine Tauchschule mit deutschsprechendem Tauchlehrer ist auch vorhanden. Da die Anlage bei meinem Aufenthalt noch nicht ganz fertig ist,
kann ich einen Sonderpreis aushandeln. Der Bungalow kostet 60 Us Dollar. Nach
Fertigstellung soll der Preis bei etwa 85 Dollar liegen. Grundsätzlich sollte man aber bei einem mehrtägigen Aufenthalt nach einem Rabatt fragen, meistens hat man damit Erfolg.
Mit Benny arbeite ich einen "Schlachtplan" aus, über meinen weiteren Aufenthalt. Was dabei
heraus kommt sieht folgendermaßen aus: 8 Tage möchte ich zum Schnorcheln auf die Insel Bunaken. Ca. 4 Tage werde ich mich dann im Minahasa Hochland aufhalten und am Schluß
dann noch eine Dschungeltour ganz im Nordosten der Insel. Da ich nicht mit dem ganzen
Gepäck unterwegs sein will, packe ich meinen Rucksack und lasse das große Gepäck im
Tasik Ria Resort. Nachdem ich drei Tage zum Eingewöhnen im Tasik Ria Resort verbracht
habe, geht es zur Insel Bunaken. Bastianos Cottage wird für 8 Tage mein neues Zuhause.
Die einfachen Hütten liegen direkt am Strand. Fließendes Wasser gibt es nicht. Für die Toilette,
wird das Wasser in Eimern vom Meer geholt. Zweimal täglich kommt das Wasserboot, und
bringt Wasser zum Duschen. Wenn zwischendurch das Wasser mal ausgeht, oder sich das
Boot verspätet, dann muß man mit dem Duschen eben warten. Dafür sind aber die
Schnorchel- und Tauchmöglichkeiten einfach gigantisch. Eine faszinierende Unterwasserwelt
wartet auf die Taucher und Schnorchler. Obwohl man direkt vom Strand aus Schnorcheln kann,
sollte man sich auch die nähere Umgebung noch ansehen. Die Unterwasserwelt ist einfach
zu vielseitig. Da ich mir in Singapore ein Unterwassergehäuse für die Kamera gekauft habe,
bin ich natürlich schwer beschäftigt diese phantastische Unterwasserwelt in Bildern
einzufangen. Leider bin ich beim Filmen etwas unvorsichtig und verletze mich an den spitzen Korallen. Schon am nächsten Tag, fängt die Wunde zu eitern an. Da ich mich aber mit
genügend Arzneimittel in Deutschland versorgt habe, geht das Ganze für mich noch
einigermaßen glimpflich ab. Der Aufenthalt auf der Insel Bunaken, gefällt mir so gut, daß
ich mich dazu entschließe noch zwei Tage länger zu bleiben.
Trotzdem geht die Zeit viel zu schnell vorbei, und eines Morgens heißt es Abschied nehmen.
Im Tasik Ria Resort genieße ich für zwei Tage den Luxus, bevor es für mich weitergeht ins
Minahasa Hochland.
Ausgangspunkt für diverse Touren ist Tomohon. Ein nettes kleines Städtchen eingerahmt von
zwei aktiven Vulkanen. Der Linow See und der Tondano See sind meine ersten Stationen.
In der Nähe der Seen gibt es mehrere kleine Dörfer, welche von der Indonesischen Regierung unterstützt, gerade den Versuch starten, sich auf bestimmte Produkte zu konzentrieren. Ein
Dorf kümmert sich nur um Schweinezucht, ein anderes Dorf baut Holzhäuser, das nächste Dorf
ist für Erdnuss-Plantagen zuständig. So gibt es Dörfer für Keramik-Produktion, für Möbel usw.
Am Nachmittag besichtigen wir noch den berühmten Markt von Tomohon. Die angebotenen Lebensmittel sind für euröpäische Geschmäcker etwas abenteuerlich. Eine absolute
Delikatesse, und für Indonesische Verhältnisse sehr teuer, sind die gebratenen Flughunde.
Die Ratten sind selbstverständlich ganz frisch aus dem Urwald, denn nur diese sind genießbar, schließlich ernähren sich diese Urwaldratten ja nur von frischen Früchten. Dadurch ist das
Fleisch sehr zart und schmackhaft. Ein absoluter Renner scheinen die gebratenen Hunde
zu sein. Oft sieht man Lieferanten mit " Nachschub". Auch die diversen Food-Stalls bieten Hundegerichte in vielen Varianten. In diesem Moment beschließe ich: ab sofort gibt es nur
noch Fisch auf meinem Speiseplan.

Vulkan Mahawu
Der Vulkan Mahawu

Die beiden Vulkane in der Nähe von Tomohon sind im Moment stark aktiv. Vor der Besteigung
des 1400 Meter hohen Mahawu, erkundigt sich mein Guide, ob die Tour ohne Gefahr möglich
ist. Wir bekommen grünes Licht. Auf dem Weg zum Gipfel werden wir von den zahlreichen
Insekten fast aufgefressen. Ein schmaler Pfad führt um den Krater herum, ich bin nicht so
ganz schwindelfrei, und mehr als einmal bricht mir der Schweiß aus. Aber für diesen Anblick,
kann man das bisschen Angstschweiß ruhig in Kauf nehmen. Nachdem wir noch die Waruga
Gräber von Sawangan besichtigt haben, geht die Fahrt ganz in den Nordosten Sulawesis,
zum Tangkoko Nationalpark. Die Straße nach Batuputih ist in einem katastrophalen Zustand.
Jetzt verstehe ich, warum ein zusätzlicher Helfer dabei ist. Oft bleiben die Autos im Sand
stecken, nur mit Mühe und mit mehreren Helfern sind die Autos dann wieder flott zu
bekommen. Batuputih ist ein kleiner Ort mitten im Urwald und mit Strandanschluss. Das
Tangkoko Ranger Homestay liegt etwas außerhalb des Ortes. Das Zimmer kostet mit
Vollpension 25,- DM
Der Strand in Batuputih ist pechschwarz und in den Mittagsstunden glühend heiß. Die
Brandung ist sehr stark, Baden ist deshalb nicht ungefährlich. Etwas außerhalb bei den
Rangern in Pos 1 ist das Meer nicht ganz so wild.
Dort trifft man auch häufig auf Affen, die auf Wassersuche sind. Es ist ein Ammenmärchen,
daß die Affen das salzige Meerwasser trinken. Immer wenn die Wellen zurückgehen,
bleiben kleine Spuren von Süßwasser zurück. Dieses bisschen Süßwasser hilft den Affen
in der Trockenzeit, zu überleben. Wenn man Urwaldtouren plant, sollte man unbedingt
eine Führung der Ranger mitmachen. Die kennen sich aus.
Mich haben der Urwald und die Tiere dort so fasziniert, daß ich gleich drei Touren
mitgemacht habe. Früh aufstehen ist allerdings angesagt. Mit drei Holländern,
die sich mir angeschlossen haben, geht es um 4.30 Uhr los. Die Natur nimmt
keine Rücksicht auf unseren Schlaf. Zuerst geht es zu den Tarsien, auch Koboldmakis
genannt. Diese nachtaktiven Tiere, sind ausgewachsen nur 15 cm groß, und gehören damit
zu den kleinsten Halbaffen der Welt. Mit riesigen Augen, sehen sie etwas gespenstisch aus.
Diese kleine Kerle sind flink wie ein Pfeil, und es gehört viel Glück dazu diese Tierchen
aufzuspüren. Wir haben dieses Glück, und wir können die Tiere eine ganze Weile beobachten,
bevor Sie in ihr Bettchen kriechen. Die Wälder Nordsulawesis beherbergen eine Menge
seltener Tiere. Ob Maleos, Kuskus, Hornbill-Vögel, schwarze Makaken, alle sind sie
vertreten. Viele Affengruppen sind zu dieser frühen Stunde schon auf Nahrungssuche,
und wir können sie gut beobachten. Unterhalb unseres Standortes hören wir ein
riesiges Affengezeter. Einer der Ranger will nachsehen, was da unten los ist. Nach
einiger Zeit hören wir den Ruf: Ular, Ular.

Miniaffe

Schlange

Baum
 
Der Tangkoko Nationalpark bei Batuputih

Aha, die Affen haben eine Schlange entdeckt, deshalb dieses Geschrei. Vorsichtig nähern wir
uns. In einem hohlen Baumstamm hat sich eine Python verkrochen. Der Ranger will
versuchen die Schlange aus dem Baumstamm zu locken. Als dies nicht gelingt, zieht er
sie am Schwanz aus Ihrem Versteck. Die Schlange ist furchtbar wütend, und geht auf alles
los, was sich bewegt. Voller Panik rennen wir den Berg hoch. Nachdem meine Lunge kurz
vorm platzen ist, beschließe ich, mich doch lieber von der Schlange fressen zu lassen.
Vorsichtig drehe ich mich um, und stelle zu meiner Erleichterung fest, daß sich die
Schlange inzwischen voll auf die Affen konzentriert. Also, schnell zurück und die Kamera
ausgepackt, vielleicht gelingen mir ja noch ein paar gute Aufnahmen.
Nach diesen aufregenden Erlebnissen geht es zurück zu unserem Hotel, und das
Frühstück schmeckt an diesem Tag natürlich besonders gut. Schon ist der Aufenthalt
in Batuputih zu Ende, und mein Fahrer holt mich ab. Die restlichen Tage genieße ich
noch ein bisschen den Luxus vom Tasik Ria Resort,
bevor es wieder zurück nach Deutschland geht.

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