
Ausgestattet mit diversen Reiseführer-Handbüchern, sowie Unterlagen vom Malaysischen
Fremdenverkehrsamt in Frankfurt, entschließen wir uns Malaysia
auf eigene Faust zu
erkunden.
Wir fliegen mit der KLM von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Die Ankunft ist
am Nachmittag.
Wir wollen am selben Tag noch die Ostküste erreichen, um keine Zeit zu
verlieren nehmen wir einen Inlandsflug nach Johore Bahru. Da von Mersing ein Boot zur Insel
Sibu geht, fahren wir weil schon spät - mit dem Taxi 160 km von Johore Bahru nach Mersing.
Naja macht nichts, Taxifahren in Malaysia ist ja wirklich billig, und wir wollen ja sooo
schnell auf unsere erste Insel. Am nächsten Tag im Hafen dann, bedauerndes Schulterzucken.
Sorry, aber ein Boot zur Insel Sibu? Von Mersing? Geht kein Boot. Aber ca 80 Km südlich von
Mersing da ist ein kleiner Hafen, und da können wir dann mit dem Boot zur Insel Sibu. Also,
wieder Taxi. 80 km zurück. (Warum haben wir denn nicht gleich in Johore Bahru übernachtet? )
Aber wie schon gesagt... Taxi ist ja billig. Als wir ankommen suchen wir den Hafen von Tg.
Leman. Hafen ist da keiner, nur Strand und ein paar Imbissbuden. Nachdem wir uns
durchfragen, stellen wir erleichtert fest, ja wir sind richtig und hier gehen die Boote zur Insel
Sibu. Einige Agenten wollen uns Unterkünfte auf der Insel vermitteln, aber nein wir haben
uns ja schon für das Sea Gypsy Village Resort entschieden, laut unseren Unterlagen sollen
diese Bungalows sehr preisgünstig sein, und für den Anfang haben wir schon genug Geld ausgegeben. Wir lassen uns von unserem Plan nicht abbringen. Also, das Boot soll gegen
11 Uhr fahren. Schon kommt ein schmächtiger Malaye und will unser Gepäck ins kleine Boot
hieven. Ich seh das Gepäck schon im Südchinesischem Meer davon schwimmen, aber alles
geht gut. Bis wir im Boot sind, sind wir nass bis auf die Haut, aber bei diesen Temperaturen
ist das kein Problem. In flotter Fahrt geht es los, das was am Körper noch trocken war, ist jetzt
eben auch nass. Schnell erreichen wir die kleine Insel, und schon von Weitem können wir
sehn, daß unsere Entscheidung richtig war. Wir werden von den Eigentümern empfangen, ja selbstverständlich Zimmer sind frei, das Essen ist auch gleich fertig, wir sind genau zur richtigen
Zeit angekommen. Zur Vorsicht fragen wir nochmal nach dem Preis. Waaas 90,- DM für
Vollpension. Das ist doch etwas happig. Der Übernachtungspreis sollte doch bei etwa
35.- DM liegen. Ja, aber das war noch beim alten Eigentümer, und jetzt ist der Preis eben
90,- DM und damit basta. Das Boot ist schon lange weg, und wenn wir nicht mit dem Gepäck
zu Fuß eine andere Unterkunft suchen wollen, ja dann müssen wir diesen Preis eben bezahlen. Schnell mal nachrechnen, wenn's so weitergeht, dann können wir spätestens nach 2
Wochen die Rückreise antreten, weil wir pleite sind. Trotzdem entschließen wir uns
für 5
Tage auf der Insel zu bleiben.
Es ist traumhaft schön und sehr ruhig. Genau das Richtige
nach einem langen Flug. Erstmal etwas Relaxen, die Ruhe geniessen, die Seele baumeln
lassen und vielleicht ein bisschen Schnorcheln, bevor unser Abenteuer weitergeht.
Die Insel ist sehr klein, für große Unternehmungen ist sie nicht geeignet.
Man trifft nur
wenig andere Touristen.
Schwimmen, Schnorcheln und kleine Ausflüge zu Fuß.
Wer nicht mehr sucht ist dort gut aufgehoben.
Bei einem unserer Streifzüge über die Insel,
treffen wir in einer Nachbaranlage einen Deutschen. Josef, er leitet die Anlage Sibu Cabanas
und lebt schon seit 9 Jahren auf der kleinen Insel. Wir verbringen einen netten Nachmittag
dort, und er gibt uns wertvolle Hinweise für unsere weitere Reise. Die Anlage ist nett und
relativ preisgünstig.Etwa 100 MR für den Bungalow pro Nacht. Leider muß man den Strand
dort, mit hunderten von Sandflöhen teilen.
Nach 5 Tagen fühlen wir uns schon ein bisschen
erholt und stark
genug für die nächsten Abenteuer.
Als unser Boot in Tg. Leman anlegt,
steht unser Taxifahrer schon winkend am Strand. Er drängelt zur Weiterfahrt, damit wir
unser Boot von Mersing nach Tioman
nicht versäumen. Das klappt ja hervorragend.
Wir hatten so unsere Zweifel, ob er an den ausgemachten Termin denkt. Aber wir machen
hier und auch noch später die Erfahrung, daß die Leute sehr zuverlässig sind Abmachungen
und Terminabsprachen werden in der Regel eingehalten. In Mersing wollen wir noch etwas
Geld wechseln, da wir nicht wissen, wie die Wechselmöglichkeiten auf der Insel Tioman sind.
Ohne Murren und ohne Mehrpreis werden wir zur Bank gefahren. Gegen alle Vernunft lassen wir
das meiste Gepäck im Taxi, während wir in der Bank sind. Nach 15 Minuten, verlassen wir
entnervt und um ein paar Ringit reicher die Bank. Welche Erleichterung das Taxi steht samt
Gepäck und Fahrer noch am Platz. Also jetzt zum Hafen und auf nach Tioman. Unser hilfsbereiter Fahrer schleppt unser Gepäck, und kauft anschließend noch die Tickets für die Fähre. Dank
Josefs Ratschläge, buchen wir vom Festland aus nur für eine Nacht. Erstmal die Sache vor
Ort ansehen und dann entscheiden wo wir endgültig bleiben wollen.

Tioman - Salang
Wir wollen nach Salang, ein kleiner Ort ganz im Nordwesten der Insel. Nach 2 Stunden Fahrt
legen wir zum ersten Mal an.Kampung Genting.Wir werden empfangen von geschäftigem
Treiben am kleinen Hafen. Weiter geht es, immer an der faszinierenden Küste entlang.
Das Wasser ist glasklar und schimmert in sämtlichen Farben - grün, blau und türkis. Postkartenkitsch wird Wirklichkeit. Im Hintergrund der endlose Regenwald. Nachdem alle
Küstenorte angefahren wurden, kommt Salang in Sicht. Schon liegt das Boot am Hafen und
wir sind auf unser Hotel gespannt. Aber bevor es soweit ist, müssen wir erst mal wieder ein
paar Hindernisse überwinden. Es ist Ebbe, der Bootsteg liegt etwa 2,5 Meter über uns, ein
paar schmale Planken, dienen als Hühnerleiter. Zu unserem Glück sind wieder ein paar
hilfsbereite Leute da, und mit vereinten Kräften gelingt es uns das Gepäck über die
Hühnerleiter hoch zu hieven.
Von Salang sind wir begeistert, vom Hotel nicht. Noch am
selben Tag machen wir uns auf die Suche nach einem anderen Hotel. Ganz am Ende von
Salang, da wo der Strand am schönsten ist finden wir ZAID's Place. Die Anlage ist preisgünstig.
Etwa 25.-DM pro Tag und Bungalow. Klein, übersichtlich, direkt am Strand mit einem schönen Garten. Leider sind im Moment keine Zimmer frei, aber wir lassen nicht locker und am
nächsten Nachmittag können wir umziehen. So jetzt kann der sogenannte Wohlfühlteil
beginnen.
Nachdem wir Salang erkundet haben, wundern wir uns über den Dreck am
Bootsanleger. Also raus auf den Steg und mal gucken ob wir da überhaupt baden können.
Prompt fängt der Dreck an sich zu bewegen. Ja das sind ja tausende und abertausende kleiner Fische. Beruhigt über den ungewöhnlichen "Dreck" lassen wir uns das Abendessen im Hotel schmecken. Das Essen ist gut, aber noch besser ist die Lage des "Essplatzes". Direkt am
Strand, unter Palmen. Wenn der große Hunger vorbei ist , und das Personal nicht mehr alle
Hände voll zu tun hat, wird Gitarre gespielt und gesungen. Bei soviel Romantik, fällt es schwer schlafen zu gehen, aber morgen ist auch noch ein Tag.
Leider vergehen die Tage viel zu schnell.
Schnorcheln direkt vor der Haustür, Urwaldtouren, Besuche im Nachbarort. Inselrundfahrt, zum Schnorcheln nach Coral Island und schon geht unser Aufenthalt dem
Ende zu. Schließlich wollen
wir ja noch weiter.
Vom Flüghäfelchen auf Tioman geht es mit einer Minimaschine nach Kuala Lumpur, dann direkt weiter in den Norden nach Kota Bahru. Am selben Abend kommen wir noch
in Kuala Besut an. Ein kleiner Fischerort und Hafen für die Boote zur Insel Perhenthian. Eigentlich sind es zwei Inseln Pulau Perhentian Kecil und Pulau Perhentian Besar. Da wir in Salang einen
Tip bekommen haben, wollen wir nach Besar. Dort gibt es auch die meisten Unterkünfte. Beim
Hotel Coral View soll man auch wieder direkt vor der Haustür schnorcheln können.
Aber zuerst schauen wir uns Kuala Besut an. Das Boot geht ja erst am nächsten Morgen. Viel gibt es nicht
zu sehen, aber der Nachtmarkt und die Leute faszinieren uns. Auch wir scheinen eine gewisse Faszination auf die Leute auszuüben. Zwei Frauen allein unterwegs, das ist doch schon etwas seltsam. Aber alle sind freundlich und höflich, keiner belästigt uns. Das Essen auf dem
Nachtmarkt ist gut. Überhaupt kann man in Malaysia auf den Nachtmärkten gut und billig
essen.
Die Kontrollen sind sehr streng und man kann bedenkenlos alles essen. Obwohl ich
sehr empfindlich bin, habe ich mir nie Magenprobleme eingehandelt.
Strand Perhentian
Coral Bay
Am nächsten Morgen um 9 Uhr wartet unser Boot.
Nach 2 Stunden Fahrt sind wir am Ziel.
Leider müssen wir gleich bei der Ankunft erfahren, daß die Anlage am 3. Oktober schließt.
Der heftige Monsunregen soll zwar erst im November kommen, aber auch im Oktober können
schon kräftige Stürme auftreten. Nach einem Unglücksfall sind die Leute vorsichtig geworden
und schließen etwas früher. Aber wir haben Glück mit dem Wetter. Blauer Himmel und
strahlender Sonnenschein jeden Tag. Die Schnorchelausflüge machen großen Spaß, ohne Anstrengung, weil wirklich direkt vor der Haustür, können wir jeden Tag die schönsten Korallen
und Fische bewundern. Zur Insel Redang wollen wir auch noch einen Schnorcheltrip
unternehmen, leider ist aber so kurz vor Saisonende kein Boot mehr aufzutreiben.
Wir sind aber nicht allzu traurig, denn hierher kommen wir wieder, und dann klappt's bestimmt.
Über Kota Bahru gibt es nicht allzu viel zu erzählen. Unbedingt ansehen sollte man sich den berühmten Markt, täglich geöffnet. Der Höhepunkt am Abend ist der Nachtmarkt. Wer tagsüber
den Parkplatz vor der Markthalle bemerkt, wird am Abend erstaunt sein über die Verwandlung.
Eine Vielzahl von Essenständen wird in erstaunlich kurzer Zeit aufgebaut. Es fällt sehr schwer zwischen den vielen Köstlichkeiten eine Auswahl zu treffen. Für wenig Geld gibt es viel zu Essen, aber schon allein das Zusehen ist faszinierend. Man kann sich Stunden dort aufhalten. Wer
seinen Fotoapparat oder die Filmkamera vergisst, der wird es bereuen.
Leider fängt es jetzt in
den Abendstunden doch mit heftigen Regenschauern an. Deshalb wechseln wir schnell die
Küste und gehen zur Westseite auf die Insel Langkawi.
Die Insel Langkawi ist für uns nicht neu. Meinen ersten Urlaub in Malaysia hab
ich auf der
Insel verbracht.
Dort habe ich auch meine Freundin Gerda kennengelernt, die mit mir bei
dieser Reise Freud
und Leid teilt. Fairerweise müssen wir aber sagen, daß die Freude sehr
viel größer ist als das
Leid. Abgesehen von den geschilderten Anfangsschwierigkeiten hat
alles wunderbar geklappt,
und beide sind wir uns einig: "Diese Reise ist ein Erfolg".
Die Insel
ist touristisch gut erschlossen,
für Unternehmungslustige ist alles vorhanden. Wer allerdings
sehr viel Rummel sucht ist auf der Insel Penang besser aufgehoben. Langkawi hat bis vor
einigen Jahren seinen Dornröschenschlaf gehalten. Das hat der Insel aber nicht geschadet. Im Gegenteil, viel Natur ist dadurch erhalten geblieben. Leider nimmt die Bautätigkeit zu. Wer
Ruhe sucht, findet sie dort zwar immer noch,
aber wer weiß wie lange noch.
Für uns sind
Zimmer reserviert am Pantai Cenang im Langkapuri Beach Resort. Die Anlage ist einfach, aber
sehr gepflegt und es ist alles vorhanden. Dusche, Klimaanlage,Kühlschrank. Der Besitzer
Mister Tan kümmert sich rührend um seine Gäste,
und die
Wiedersehensfreude ist auf beiden Seiten groß.
Der Preis mit etwa 100 RM für die Bungalows direkt am Strand, ist wirklich nicht
zu hoch. Wer in der Hauptsaison anreist muß allerdings tiefer in die Tasche greifen und
mit
etwa 160 - 180 RM rechnen.
Da wir die Insel schon kennen, lassen wir es ruhig angehen.
Langkawi - Pantai Cenang
Langkawi liegt im Mittelpunkt einer Inselgruppe von etwa 100 Inseln. Mit dem Schnellboot von
Kuala Perlis oder von Kuala Kedah ist die Insel in ca. 50 Minuten erreichbar.
Flüge gibt es
täglich und stündlich in mehrere
große Städte Malaysias. Aber Vorsicht, trotz der Vielzahl an
Flügen sind die meisten schnell ausgebucht. Wer also das Flugzeug als Verkehrsmittel wählt,
sollte rechtzeitig buchen.
Auf der Insel angekommen, gibt es eine Vielzahl von Ausflugsmöglichkeiten.
Diverse Bootsausflüge auf Nachbarinseln werden in großer Zahl
angeboten. Uns hat eine Bootstour ganz im Norden der Insel, ab Tanjung Rhu zu den Mangrovensümpfen, besonders gut gefallen. Wer schnell seekrank wird kommt auch auf der
Insel selber auf seine Kosten. Diverse Wasserfälle, Krokodilfarm, Gunung Raya,
Dschungeltouren, das Grab der Mashuri , Langkawi Underwaterworld am Pantai Cenang
um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Ansehen sollte man sich auch die diversen kleinen Dörfchen, abseits der großen Straßen. Wer die Natur mag, wird von den Regenwäldern
gefesselt sein. Oft trifft man auf Affen , oder auch Warane sind keine Seltenheit. Kuah die
sogenannte Hauptstadt Langkawis, ist zwar nicht besonders reizvoll, bietet aber trotzdem ein
paar Attraktionen. Mittwochs ist Nachtmarkt, der normale Markt mit einer Vielzahl von Früchten,
ist auch sehenswert.. Richtung Hafen steht die schöne Al Hana Moschee.
Obwohl an den
meisten Stränden Langkawis, das Wasser leider nicht sehr klar ist, wird Wassersport groß geschrieben. Zum Tauchen oder Schnorcheln sollte man eine
Bootstour zu diversen
Nachbarinseln planen.
Eine kleine Attraktion am Rande ist der zollfreie Einkauf auf der
Insel.
Mitte Oktober beginnt an der Westküste die Hauptsaison, und unser Urlaub geht nun
zu Ende. Bald hat uns der Alltag wieder. Aber vor dem Rückflug machen wir noch einen
kurzen Stop in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur. Da wir unsere letzten Ringits nicht fürs
Taxi verschwenden wollen, fahren wir mit dem Bus in die Innenstadt. In der Nähe des
Bahnhofs stürzen wir uns ins malaysische Getümmel.
Der Central-Market am Rande
von China Town hat es uns angetan. In einer riesigen Markthalle auf mehreren Etagen
gibt es Souvenirshops in Hülle und Fülle. Wer auf Andenkenjagd gehen will, sollte den
Central-Market auf keinen Fall auslassen. Der Weg zum Bahnhof ist dann auch nicht weit.
Der Bahnhof ist im Stil einer Moschee gebaut. Hypermoderne Wolkenkratzer stehen neben
Bauten aus der Kolonialzeit. Nicht versäumen darf man das Sultan Abdul Samal Building.
Ja, und wir dürfen unser Flugzeug nicht versäumen. Deshalb machen wir uns auf den
Weg zum Flughafen, und sagen:
" Good bye, Malaysia "
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