
Mit Malaysian Airlines fliegen wir von Frankfurt über Kuala Lumpur nach Cebu City. Ankunft
am nächsten Tag nachmittags. Eine nette Philippinin meint auf dem Flug nach Cebu City,
wir müßten unbedingt im Kukuk's Nest Pension House wohnen. Kukuk's Nest hat einen
deutschen Inhaber, ja und wir sind ja schließlich auch Deutsche. Also, nix wie hin zum
Kukuk's Nest. Das kleine Hotel liegt mitten in der Stadt an einer belebten Kreuzung. Trotzdem
sollte sich niemand von der Lage abschrecken lassen. Die Gästezimmer liegen alle im
hinteren Teil des Gartens, von der Straße bekommt man fast nichts mit. Das Haus ist einfach,
aber sauber und gepflegt. Wir lernen Raimund und seine Freundin Bambi kennen, die Inhaber
des Kukuk's Nestes. Raimund ist ein Spruchbeutel, Lachkrämpfe sind todsicher
vorprogrammiert, aber seine Tips, die er uns gibt, sind gut. Uns hat es dort so gut gefallen,
daß wir gleich zwei Tage geblieben sind. Das Essen ist sehr gut, der Service auch. Am
Abreisetag mußten wir um 4.30 aufstehen. Wir wurden geweckt, und bekamen trotz der
frühen Stunde ein komplettes Frühstück. Auch für's Taxi zum Hafen wurde gesorgt. Komplettpreis
für Zimmer mit Vollpension etwa 37,00 DM. Wir wollen von Cebu City auf eine kleine ruhige Insel, Raimund empfiehlt uns Bantayan. Morgens um 5.30 Uhr geht ein Schnellboot zur Insel, nach
ca 2,5 Std kommt man im kleinen Hafen von Santa Fe an. Wenig Ort mit viel Palmen und Strand drumherum. Das gefällt uns auf Anhieb schon mal gut. Also raus aus dem Schiff und los
geht's mit der Hotelsuche. Wir haben zwar von unserer Philippinen-Bibel
( Reiseführer von Jens Peters - sehr empfehlenswert ) schon einiges ins Visier genommen,
aber trotzdem wollen wir uns erst ein bisschen umsehen. Am Anlegesteg werden wir von
jungen Radfahrern umringt. Jeder bietet seine Dienste an.
Anmerkung: Auf Bantayan gibt
es wenig Autos, das Hauptfortbewegungsmittel sind Fahrräder oder kleine Motorräder mit
Beiwagen. Ein kleiner eifriger Philippine macht das Rennen. Stolz schwingt er sich auf
seinen Drahtesel und tritt in die Pedale.
Der arme Kerl kommt ganz schön ins Schwitzen.
Nach 2 Kilometer biegt er von der Straße ab, und das Budyong Beach Hotel kommt in Sicht.
Die Lage ist ruhig, der Garten ist sehr schön, allerdings haben die Bungalows schon bessere
Zeiten gesehen. Für den Bungalow sollen wir 400 Peso bezahlen, naja der Preis scheint uns
etwas hoch, aber da die Lage sehr schön und die Umgebung ruhig ist, entschliesen wir
uns zum Bleiben.Wir planen eine Inselrundfahrt und mit dem Boot eine Schnorcheltour.Die Inselrundfahrt findet mit dem Motorrad statt. Es geht auch in die sogenannte Inselmetropole,
nach Bantayan. Ein nettes kleines Städtchen mit sehenswertem Markt und einem kleinen Fischerhafen. Leider liegen am Hafen Berge von Müll und es stinkt erbärmlich. Schnell
machen wir uns aus dem Staub und wenden uns freundlicheren Eindrücken zu.
![]() |
![]() Panglao - Alona Beach |
Nach ein paar ruhigen Tagen am Strand, mieten wir uns ein Boot. Wir wollen zum Abschluss
noch etwas Schnorcheln. Wir sind dann von der Schnorcheltour doch etwas enttäuscht.
Das Wasser ist zwar glasklar, aber die Korallen sind fast alle zerstört, Fische sind Mangelware.
Ob es eine Folge der Dynamitfischerei ist ? Wir wissen es nicht.
Am nächsten Tag holt uns unser philippinischer Radfahrer ab und bringt uns zum Hafen, wir
wollen weiter nach Bohol. Da wir von unserem Fahrer inzwischen als Freunde adoptiert
wurden, stellt er uns die Bezahlung frei. Wir bezahlen ihn also nicht, geben Ihm aber ein
fürstliches Trinkgeld "zur Verwendung für die Familie"
Er freut sich, und schleppt als Dankeschön, unser nicht gerade leichtes Gepäck noch auf's
Schiff. Als wir schon weit weg von Bantayan sind, steht er immer noch am Hafen und winkt.
In Cebu City am Hafen stehen wir dann vor verschlossener Tür. Ein Hinweisschild teilt uns
lapidar mit " Ship fully booked. Aber schon naht die Rettung in Form mehrerer Philippinos,
die uns mitteilen, daß ein großer Dampfer demnächst nach Tagbilaran - Bohol ausläuft. Naja,
der Kahn braucht zwar über 4 Stunden, aber wenn wir heute noch weiter wollen, dann müssen
wir wohl mit. Kurz vor 5 Uhr laufen wir dann in Tagbilaran ein. Wir wollen zu der kleinen Insel Panglao, die durch eine Brücke mit Bohol verbunden ist. Am Hafen ist ein großer
Menschenauflauf. Tricyclefahrer lauern auf Kundschaft,
wer sich ganz vordrängt hat
die besten Karten.
Schon werden wir heiß umworben. Ruckzuck ist das Gepäck im
abenteuerlichen Gefährt verstaut und los geht's.
Wir entscheiden uns für Alona Beach,
und teilen unserem Fahrer mit, daß wir zum Alona Tropical Resort wollen. Für die Fahrt
nach Panglao benötigen wir etwa 50 Minuten, die Fahrt kostet 50 Peso.Bei Dunkelheit kommen
wir an, deshalb können wir nicht viel erkennen. Aber auf den ersten Blick macht die Anlage
einen gepflegten ruhigen Eindruck. Die Anlage ist direkt am Strand mit einem großen Garten.
Das Restaurant ist auf den Strand gebaut. Der Bungalow soll 400 Peso kosten, das ist nicht
zuviel.
Alona Beach ist für uns der schönste Strand auf Panglao Island. Der Strand ist etwa
2 km lang, daran verteilen sich kleine Bungalow-Anlagen, diverse Bars und Dive-Shops. Auch
eine deutsche Tauchbasis ist dabei. Ganz am Ende des Strandes, und deshalb besonders
ruhig, das Alona Tropical Resort. Besonders gut gefällt uns der
schöne Garten mit den hohen Palmen.
Jeden Tag wird der Rasen sorgfältig mit dem Besen gefegt. ( Kein Schreibfehler)
Leider wächst in Strandnähe im etwa knieftiefen Wasser viel Seegras. Nicht ganz ungefährlich,
da sich dort mit vorliebe Seeigel aufhalten. Badeschuhe sollte man nicht vergessen. Denn,
wer mit einem Seeigel Bekanntschaft macht, für den dürfte der Urlaub so gut wie beendet sein.

Bohol - Chocolate Hills
Nachdem wir den Garten des Alona Tropical Resort's und unsere Strandspaziergänge
ausgiebig genossen haben, entschließen wir uns zu ein paar Ausflügen. Erst geht es mit dem
Boot in die Umgebung zum Schnorcheln. Das Wasser ist glasklar und hat wie üblich Badewassertemperatur. Unser Boot ist mit Sonnendach ausgestattet, das ist unerläßlich bei
diesen Temperaturen.
Unser Hotelboy, der sich ständig um unser Wohlergehen kümmert,
besorgt uns einen Jeepney, der uns quer durch die Insel Bohol zu den Sehenswürdigkeiten
fährt.
Die bekannten und mysteriösen Chocolate Hills dürfen auf dieser Fahrt natürlich nicht
fehlen. Zum Ende der Trockenzeit verdörrt das Gras und färbt sich braun, daher der Name
Chocolate Hills. Die Landschaft wirkt mysteriös. Tatsächlich gibt es einige Legenden über die Entstehung dieser Hügel. Die geologische Entstehung ist bis heute nicht eindeutig geklärt.
Nach 7 Tagen Panglao geht es in den Norden. Bevor wir zu den Bergregionen der Ifugaos aufbrechen, steht Manila für 2 Tage auf unserem Programm. Da wir keine Lust haben
in diesem Großstadt-Getümmel auf Hotelsuche zu gehen, haben wir bereits in Deutschland
das Hotel gebucht. Aber zuerst geht die Taxischlacht los. In Manila ist es relativ schwierig zu
einem annehmbaren Preis ein Taxi zu ergattern. Viele Taxifahrer wollen freie Preise aushandeln, ohne den Taxameter einzuschalten, besonders in der Rushour ist es schwierig einen Fahrer
zu finden, der mit Taxameter fährt. Am Flughafen haben wir aber Glück. Für 300 Peso kommen
wir in die Stadt zu unserem Hotel.
Von Manila sehe ich in den 2 Tagen wenig. In der Nacht
packt mich Montezumas Rache. Mit starkem Schüttelfrost und Übelkeit liege ich im Bett.
Der Rizal-Park, Hafen und
ein kurzer Aufenthalt bei "Silahis"
( Kunsthandwerkangebote von allen philippinischen Regionen), das wars.
Am nächsten Tag müssen wir früh aufstehen. Trotz mehrmaligen Versuchen, war die Bus-Gesellschaft Dangwa Tranco, die direkt nach Banaue fährt, telefonisch nicht erreichbar. Da
wir
nicht sicher sind, ob die Angaben in unserer Philippinen-Bibel noch stimmen,
wollen wir früh los.
Banaue - Reisterrassen
Der Room-Service in unserem 4 Sterne Hotel scheint noch zu schlafen. Also, fällt das
Frühstück eben aus. Soll ja sowieso nicht so gesund sein, sich in aller
Herrgottsfrühe
den Magen vollzustopfen.
Am Busterminal herrscht trotz der frühen Stunde schon reges
Treiben. Kaffee gibt's auch. Der Bus fährt pünktlich los. Zäh geht es durch Manila's Rushour.
Banaue liegt nur etwa 300 km nördlich von Manila, trotzdem ist der Bus, je nach Verkehrs-
und Wetterlage ca. 10 Stunden unterwegs, bevor er Banaue erreicht. Nur ein kurzes Stück geht
es über die Autobahn. Dann ist Geduld angesagt. Durch größere und kleinere Städte müssen
wir durch,
es gibt keine Umgehungsstrassen.
Nach einiger Zeit sehen wir im Dunst, den
berühmt berüchtigten Mount Pinatubo.
Kurz vor 5 Uhr Nachmittags erreichen wir Banaue.
Mühsam hat unser Bus die letzte Etappe bewältigt. Banaue liegt 1200 Meter hoch, trotzdem
ist es auch am
späten Nachmittag noch angenehm warm.
Da wir noch nicht so recht
wissen, wo wir wohnen wollen, gehen wir zum Touristen-Büro direkt an der Bus-Station, um
uns über die Umgebung zu informieren. Wir bekommen nicht nur Ratschläge und Unterlagen, sonder auch gleich ein Zimmer angeboten für 600 Peso.
Direkt im Zentrum, an der Busstation, aber angenehm ruhig und mit tollem Blick auf die Reisterrassen. Am nächsten Tag haben wir einen Guide mit Auto gemietet. Das ist
empfehlenswert, die Jungs kennen sich aus. Das Gebiet der Reisterrassen erstreckt sich
über viele Quadratkilometer. Mit dem Auto kommt man in sehenswerte Ecken, die man per
Bus nur mühselig erreicht. Die Busfahrten sind nur für ganz Abenteuerlustige zu empfehlen.
Mit altertümlichen Vehikeln, oft völlig überfüllt, geht es auf Feldwegen in die entlegensten Dörfer.
Da passiert es leicht, daß aus den geplanten 2 oder 3 Tagen eine Woche wird, wenn dann unterwegs die Reifen oder sonstige Teile Ihren Geist aufgeben. Viele Bewohner aus den Dörfern
der Umgebung nehmen 2 bis 3 tägige Touren in Kauf, um in
der nächstgrößeren Stadt Einkäufe
zu tätigen.
![]() Einkaufstour |
Wir wollen in Banaue noch Souvenirs einkaufen. Holzschnitzerei ist neben dem Reisanbau, und der Pflege der Reisterrassen die Haupteinnahmequelle. Neben dem üblichen Kitsch, kann man auch wirklich schöne preiswerte Stücke ergattern. Am Nachmittag besuchen wir nochmal eines der Bergdörfer mit schöner Aussicht auf die Reisterrassen und auf Banaue.Unterwegs treffen wir freundliche Holzschnitzer, die Ihr Handwerk am Strassenrand ausüben. Aus riesigen Holzklötzen werden lebensgroße Figuren geschnitzt. |
Wir bekommen die Auskunft, daß viele dieser Schnitzereien ins Ausland exportiert werden.
Leider nimmt dieser Ausflug kein ganz glückliches Ende. Von bettelnden Kindern werden wir angespuckt und angepöbelt. Nachdem noch ein paar finster blickende Erwachsene dazu
kommen, bekommen wir es mit der Angst zu tun, und machen uns schleunigst aus dem
Staub.
Am nächsten Tag wartet schon früh unser Bus, der uns nach Manila zurückbringt.
Bei der Ankunft in Manila am Nachmittag, hat die Rushour schon eingesetzt. Deshalb geht
natürlich das Theater mit der Taxisuche wieder los. So etwa beim 8 Versuch, finden wir einen
Fahrer der uns mit dem Taxameter zum Hotel fährt. Wir sind von der langen Busfahrt recht müde,
und am nächsten Tag müssen wir wieder früh raus. Unser Urlaub ist zwar noch nicht ganz zu
Ende, nach 3 Wochen Philippinen wollen wir auf dem Rückweg noch einen kurzen Stop
in Malaysia einlegen. [ Reiseseite Malaysia ]
Allen Urlaubern die auf eigene Faust die Philippinen bereisen wollen, empfehle ich das
Philippinen Reise - Handbuch von Jens Peters. Ich habe selten einen Reiseführer erlebt in
welchem so sorgfältig recherchiert wurde. Das Buch wird ständig upgedatet. Auf die Angaben
kann man sich fast immer verlassen. Kurzfristige Änderungen bei Preisen oder Fahrplänen
sind natürlich möglich.
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